Einfach mal abtauchen – Ein Schnorchel-Trip im Belize Barrier Reef

Eine grau-braune, flache Scheibe liegt ca. 2 Meter unter mir. Die Augendeckel öffnen sich wie Flügeltüren eines DeLorean DMC-12 langsam und prüfen den Eindringling kritisch. Ich blicke weiterhin regungslos im Wasser liegend nach unten. Nach 2 Runden gegenseitiger kritischer Blicke dreht der Rochen ab. Sicher denkt er sich, genug von dem bebrillten, bleichen Schnorchelfisch. Um ehrlich zu sein, bin ich sogar etwas erleichtert als der Rochen verschwunden ist. Trotz deren Anmut sind mir diese Meeresbewohner nach wie vor etwas suspekt. Doch ganz los sind wir sie (zum Glück) noch nicht. Vor uns gibt es ein buntes Getümmel aus 8 Rochen, einer riesengroßen Schildkröte und Unmengen an karibischen Fischen in den buntesten Farben! 

Während unseres Schnorcheltrips im Belize Barrier Reef, dem nach dem Australischen Great Barrier Reef, wohl zweitgrößten Riff der Welt, können wir einen kleinen Teil dessen vielfältiger Unterwasserwelt kennenlernen: Rochen, Ammenhaie, Schildkröten, unzählige karibische Fische sowie die bizarrsten Wasserpflanzen und Korallenformationen entdecken wir zusammen mit unserem Guide Rodrigo oder alleine.
Jedes Jahr besuchen Tausende Touristen diese absolut Natursensation – im übrigen UNESCO-Welterbe – , das sich über 250 km entlang der belizianischen Küste bis nach Mexiko im Norden sowie nach Honduras im Süden erstreckt. Wer sich hier nicht mit dem Schnorchelfieber ansteckt, wird an diesem Hobby wohl keinen Gefallen mehr finden. 

Open Water-Feeling kommt nur selten und einzig und allein dann auf, wenn die Sonne hinter dem an diesem Tag bewölkten belizianischen Himmel verschwindet und das kristallklare Wasser grünlich zu schimmern beginnt. Das einzige was wir meiden – auch wenn die Neugier noch so groß ist – ist, hinter das Heck unseres Bootes zu Schnorcheln, da es oft so parkt, dass die Riff-Grenze ca. 150 Meter dahinter beginnt. Würde man also mit der heutigen Strömung schnorcheln, so würde man recht schnell aus dem Riff herausgetrieben werden. Der nächste richtige Eingang wäre dann, laut unserem Guide Rodrigo – natürlich abhängig von der Austrittsstelle – 5 Meilen (!) später.

Während des gesamten Trips steht uns Rodrigo mit Rat und Tat sowie jeder Menge Antworten – auch rund um seine Heimat Belize – zur Verfügung. Als echter Inselbewohner von Caye Caulker erklärt er uns, dass viele Insulaner 2 Jobs haben – einer der vom Tourismus abhängt und einen der quasi ein klassischer ‚Brotwerb‘ ist. Rodrigo ist beispielsweise zusätzlich noch Fischer – und das aus Leidenschaft obwohl er einige Jahre auf dem ‚Mainland’ gelebt hat, um seine College-Ausbildung zu absolvieren. Wirtschaftlich gehört Belize leider zu den ärmeren Ländern der Welt – auch wenn das erst seit 1981 unabhängige ehemalige British-Honduras immer noch zum British-Commonwealth gehört und Queen Elisabeth von fast jedem Belize Dollar grüßt. Rodrigos Geste deutet hier an, dass sich die Politiker des Landes gerne und großzügig an diversen Geldern bereichern, da sie schlichtweg den Hals nicht vollbekommen. 

Zum Abschluss halten wir noch an einem Spot, an dem wir riesige Hechte sowie eine Seepferdchen-Kolonie begutachten dürfen. Hier folgt uns auch ein Pelikan, der uns kaum mehr von der Seite weicht. Ein Selfie mit sich lässt er noch zu – einem Portraitfoto ist er leider sogar so abgeneigt, dass er kurzer Hand den Schnabel aufreißt und mein Handy fressen möchte. Auch diese Situation endet glücklicherweise unverfänglich!

Tipps: 

– Solltet ihr damit hadern überhaupt einen Schnorchel-Trip während Eures Besuchs auf Caye Caulker zu machen, schmeißt alle Zweifel über Board: Man bereut nur Dinge, die man nicht getan hat

– Viel Sonnencreme mitnehmen: Auf See und auch bei bewölktem Wetter ist die Sone sehr intensiv

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