Was wir Euch nicht empfehlen können… (oder worauf wir gerne verzichtet hätten…)
Ein Besuch der “Möchtegern”-Cenote Encantado direkt in der Nähe der Hotelzone von Tulum: Die von einem Europäischen Aussteiger – im Look eines abgemagerten Captain Jack Sparrow – betriebene “Cenote” samt Aussteiger-Camping-Übernachtungsmöglichkeit wurde uns von unserer Unterkunft empfohlen und sollte unser erstes Cenote-Erlebnis in Yucatan sein.
Den ersten Dämpfer erlebten wir gleich zu Beginn, denn leider bemerkten wir erst nach dem Zahlen der Eintrittsgebühr vom 5,- EUR pP, dass es sich nicht um eine klassische Cenote handelt – diese wundervollen und erlebnisreichen Höhlensysteme, mit klarstem türkis-blauem Wasser und beeindruckender Unterwasserwelt, für die Yucatan bekannt ist. Stattdessen fanden wir uns an einem Tümpel mit dunklem Wasser wieder, umgeben von Wasserpflanzen ohne jegliche Möglichkeit sich am Rand auch mal hinzusetzen.
Typisch Deutsch dachten wir, ok, das Meer ist zwar direkt nebenan und der schlechtere mexikanische Baggersee zwar nicht wirklich einladend zum schwimmen, aber jetzt, wo wir eh schon gezahlt haben, drehen wir auch eine Runde. Neben zwei Tauchern und zwei Einheimischen waren wir die einzigen Gäste dort (woran das wohl lag?), drehten eine erfrischende Runde in dem Tümpel und machten uns einen Spaß draus. Nach der Devise „Ganz oder gar nicht“ galt es nun jede Ecke des Gewässers “abzuschwimmen” bevor wir wieder gehen konnten. Der Eintritt sollte sich schließlich auch lohnen.Im Nachhinein betrachtet, hätte uns an dieser Stelle etwas weniger ‚Deutsch sein‘ gut getan, denn ganz plötzlich überraschte ich Ramin mit einer Panikattacke und schrie ihn ohne viele Worte an, umzudrehen und wieder zum Einstieg zu schwimmen. Nur 50 m von uns entfernt hatte ich ein Krokodil entdeckt, das sich auf einem Steg in der Sonne badete und uns neugierig beobachtete. Ich geriet in Panik und ignorierte Ramin’s Unglauben, indem ich so schnell wie möglich die 200 m zurück zum Einstieg schwomm um in Sicherheit zu gelangen.
Ramin hatte in dieser Zeit die gleichen Gedanken wie ich auch “Das kann doch nicht sein, da hat sich bestimmt jemand nur einen Spaß gemacht, der war bestimmt aus Plastik…”. Da er keine Brille trug konnte er es jedoch nicht beurteilen und folgte mir im gleichen Tempo. Wieder raus aus dem Wasser traute ich mich kaum zu fragen, und meine “Naivität” zu offenbaren, das ich auf den Spaß hineingefallen sei. Umso erschrockener war ich dann als der Betreiber auf Ramin’s Frage zur Tierwelt in dem Gewässer antwortete, das dort neben Fischen, einer Menge Vögel und Schildkröten momentan 6 kleine Kaimane von ca. 1 Meter Länge und ein ausgewachsener Kaiman mit einer Länge von etwa 2 Metern lebte. Kaimane sind eine Unterfamilie von Alogatoren und wie es aussieht, haben wir auf unserem Ausflug im Wasser also Bekanntschaft mit dem Großen Kaiman machen dürfen.

Ein ausgewachsener Kaiman – natürlich nicht unserer, denn wir hatten weder eine Kamera dabei, noch hätten wir keine Sekunde länger als nötig im Wasser verbracht
Ein Erlebnis, das mich wohl in Zentralamerika zukünftig nicht mehr in jedes Gewässer gehen lässt und auch eines, auf das ich gerne verzichtet hätte. Der Betreiber konnte die Aufregung gar nicht verstehen, denn da die kleinen Tierchen nachtaktiv sind, sind sie wohl nur nach Eintritt der Dämmerung für Menschen eine Gefahr… dennoch hätte ich die Entscheidung gerne selbst für mich getroffen, wenn man mir vorab von den Mitschwimmern berichtet hätte.