Inspirierendes Laos… und mehr!

Vor 2 Tagen sind wir im Königreich Kambodscha angekommen. Mit dem Flugzeug haben wir uns aus der Hauptstadt Laos‘ – Vientiane -auf den Weg in die Hauptstadt von Kambodscha gemacht – nach Phnom Penh. In den letzten 10 Tagen waren wir vorwiegend langsam reisend unterwegs: mit dem Boot, Minibus, Fahrrad oder auch zu Fuss. Die im Verhältnis dazu sehr schnelle Art des Reisens – Fliegen – verfrachtet uns gleichzeitig in sehr kurzer Zeit in eine quasi andere Welt. 

Um ehrlich zu sein hatte ich gar keine solchen grossen Unterschiede zwischen Laos und Kambodscha erwartet und wie so oft in den letzten Wochen bin ich nach der Ankunft in einem neuen Land oft noch mit dem Kopf in unserer letzten Station. So auch dieses Mal. Man nimmt die Unterschiede wahr und vergleicht… Man lässt Vergangenes Revue passieren… Man reflektiert… Vielleicht sehnt man sich auch an den einen oder anderen Ort zurück oder erinnert sich an einen besonderen Moment… 

Laos hat uns beide wirklich nachhaltig beeindruckt. Ein Land voller Spiritualität, beeindruckender Natur, fröhlichen Menschen und einer einmaligen Kultur. Ohne Küste ist es für viele Touristen ein eher mässig spannendes Reiseziel. Gerade das macht es aber wiederum besonders spannend. Außerhalb von Luang Prabang begegnet man nur wenigen Touristen. Dafür gibt es aber eine weitaus grössere Anzahl an wirklich einmalig schönen landschaftlichen Umgebungen, die zu den verschiedensten Aktivitäten einladen. Von nachhaltigen Angeboten geprägt, wird zudem darauf geachtet, das Land, die Natur und die Kultur nicht vom Tourismus „kaputt machen“ zu lassen. Demnach wird zum Beispiel darauf geachtet, das nicht zu viele touristische Anbieter das gleiche Programm anbieten, damit nicht ein Gebiet von 10 verschiedenen Anbietern „überlaufen“ und wie so oft somit auf lange Sicht auch zerstört wird. Vang Vieng ist hierbei sicher eine Ausnahme, allerdings wurde auch hier der Partytourismus durch ein hartes Eingreifen der Regierung zunächst gestoppt. Das das Dorf nach und nach wieder von Backpackern heimgesucht wird, die sich von den Reliquien der Vergangenheit im Gegensatz zu uns nicht abgeschreckt sondern angezogen fühlen, ist nicht zuletzt sicher auch der wahnsinnig schönen Umgebung und der guten Lage zwischen Luang Prabang und Vientiane zuzuschreiben. Auch kulinarisch hat uns das Land entgegen den oft zu lesenden Vorurteilen sehr positiv überrascht. Nicht zuletzt spielt die Allgegenwärtigkeit des Buddhismus eine nicht unwesentliche Rolle in unserem Urteil zu Laos: mit wunderschönen Tempelbauten, den vielen, von den Einheimischen sehr respektierten und verehrten Mönche in ihren Kluften, die buddhistischen Gesänge, die Gelassenheit und der Glaube der Einheimischen sowie der respektvolle Umgang mit Tieren.

Religion – in ihren unterschiedlichen Ausprägungen – hat in allen von uns bereisten Ländern eine besondere Rolle eingenommen. Der Islam in Iran, Hinduismus (und in kleinen Teilen Buddhismus) in Nepal und Buddhismus in Thailand und Laos. Zugegebenermaßen nicht überall freiwillig, so ist es doch erstaunlich zu sehen, wie viel bedeutsamer Religion im Leben jedes Einzelnen in diesen Ländern ist – im Vergleich zu unserem Alltag. Moscheen, Stupas, Tempel und Wats sind spirituelle Orte für uns gewesen, die von den Einheimischen jeweils auch aufgesucht und in ihren Alltag eingebunden wurden. Wunderschöne Gebäude, gepflegt und geehrt. Menschen, die in ihrer Religion Stärke und Glauben finden und die die Lehren jeweils Ernst nehmen und die Werte in ihrem Leben verankern. Gelebte Religion. Natürlich muss man die Betrachtung insbesondere im Hinblick auf den Iran besonders vorsichtig angehen. So sind dort die Menschen im Hinblick auf ihre Religion unfrei und es wird ihnen von der Regierung vorgeschrieben. Dennoch hat es auch vor der Islamischen Revolution einen grossen Anteil in der Bevölkerung gegeben, der – völlig frei – religiös war und der es bis heute geblieben ist. Auch wenn es sich die Regierung anders gewünscht hat und vorstellt, so ist es insbesondere im Iran auch nicht der Fall, das die gesamte Bevölkerung religiös ist und dies lebt. Uns wurde oft sogar berichtet, das der Anteil an Menschen, die im Iran wirklich religiös sind und das auch leben, sich seit der Revolution eher rückläufig erinnert hat. Ein Aspekt, der – so die Einschätzung der Iraner – vor allem daraus resultiert, dass die Religion im Iran altuell eben nicht frei ist. Für den Teil der Bevölkerung, die aber weiterhin dem Islam zugewandt sind, spielt es eine zentrale Rolle in ihrem Leben und es gehört für sie für ein vollständiges Leben dazu. Selbiges konnten wir auch in Nepal und in Laos beobachten. Die Bevölkerung – die sich hier völlig frei und ohne Zwang für eine Religion entscheiden – lebt die Werte ihrer jeweiligen Religion förmlich. Anders als bei uns wird man NICHT per Geburt Mitglied einer Religion und man zahlt nicht automatisch eine Steuer, sondern die Werte werden in der Familie weitergetragen. Verehrungen der Gottheiten erfolgen freiwillig, die Tempel werden über freiwillige Spenden der Gläubigen finanziert und instand gehalten und der Glaube wird voller Respekt und positiv gelebt. Das kleine Wörtchen „frei“ spielt hierbei sicher eine nicht unbedeutsame Rolle, ebenso bietet dies für die Menschen einen Weg, ihren Glauben und ihr Vertrauen zu manifestieren.

Heute – auf dem Weg von Phnom Penh in nördliche Richtung nach Siem Reap, nahe Angkor Wat – bin ich erneut überwältigt davon, welch ein großes Privileg es ist, hier sein zu dürfen und für ein paar Tage in diese komplett andere Welt eintauchen zu dürfen. Berücksichtigt man, das in den von uns zuletzt besuchten Ländern die Einheimischen oft mit wirklich existenziellen Problemen zu kämpfen haben, so werden nicht nur unsere eigenen Probleme sehr klein dagegen, sondern vielmehr ist es umso bedeutsamer für mich, wert zu schätzen, welche Möglichkeiten uns bieten. 

Dankbarkeit

Vertrauen

Wertschätzung 

Lebensfreude 

Werte, die für uns eigentlich selbstverständlich sind. Aber gerade dieses „selbstverständlich“ lassen diese Werte in unserem (westlichen) Alltag oft kleiner und weniger bedeutsam erscheinen. Denke ich an unsere Erlebnisse in Iran, Nepal und Laos zurück, so wird mir vor allem bewusst, dass diese Werte in allen 3 Ländern – unabhängig voneinander und jeweils auf andere Weise – viel deutlicher spürbar waren.
Menschen, die in ihren Ländern jeweils zumeist keine einfachen Lebensumstände haben, deren Länder alle eine sehr schwierige Geschichte haben, mit schwerwiegenden Ereignissen, die jeweils in nur junger Vergangenheit des eigenen Landes liegen, haben uns in allen 3 Ländern herzlichst begrüsst und sind uns überall positiv begegnet. Selbiges hat sich in den letzten 2 Tagen auch in Kambodscha bestätigt. Das macht mich persönlich enorm dankbar und ich freue mich auf alle weiteren Begegnungen.

PS: inzwischen sind wir bereits auf dem Weg in unsere nächste Station, time flies so fast… 

Veröffentlicht in: Laos

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