Deutschland, Iran oder Nepal – Immer nur Fußball, Fussball, Fußball!

Nepal steht nicht unbedingt für hohe Fussballkunst! Auch die Nationalmannschaft des Himalaya-Staates scheidet regelmässig bei den Qualifikationsrunden zu Asien- und Weltmeisterschaften in den ersten Runden aus. Die großen Fußballnationen Asiens sind in Ländern wie Iran, Japan, Südkorea oder vielleicht bald sogar China daheim! Da die totale Kommerzialisierung des Sports in Asien noch nicht alle Länder durchzogen hat und finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand nicht immer stattfindet, finden sich in Asien vereinzelt noch richtige, traditionelle Stadion-Schmuckkäste, wie z.B. das Azadi-Stadion in Teheran, das Samen-Stadion in Mashhad oder das Al-Shaab-Stadion in Bagdad. Auch Kathmandu beherbergt eine solche ‚Arena‘: das 1956 eröffnete Dasarath Rangasala Stadion bietet derzeit ca. 25.000 Zuschauern Platz und liegt in etwa 3 KM vom Touri-Hotspot Thamel entfernt. An unserem letzten vollen Tag in der nepalesischen Hauptstadt mache ich mich zu Fuß auf, um das altehrwürdige Dasarath Rangasala Stadion zu entdecken. 
Vorbei an den vielen fliegenden Händlern, den mobilen Toiletten und improvisierten Bushaltestellen, eröffnet sich mir kurz vor Ende der Kanit Path-Road bereits der Blick auf das Dasarath Rangasala. 

Nepal: das Nationalstadion in KathmanduNepal: dir Anzeigetafel des Nationalstadions
Ein erstes Umrunden dieser Betonschüssel zeigt zum einen, dass das Prinzip der geschlossenen Stadiontore in Nepal nicht gilt und zum anderen in den gesamten Katakomben diverse andere Sportarten, wie zB. Kickboxen & Co. durchgeführt werden. Selbst das Passieren des Haupttores danach war problemlos möglich! Nachdem ich mehrere Minuten staunend auf der Tartanbahn verbringe, fragt mich der dort gelangweilt sitzende Security-Beamte, was ich hier wollen würde. Auf meine Antwort, dass ich gerne das Stadion besichtigen wollte, zeigt er ausschließlich ein leicht mürrisches Kopfnicken, das auch als Kopfschütteln hätte verstanden werden können, und dreht danach seine obligatorische Wachrunde. 

Nepal: das Nationalstadion in KathmanduNepal: das Nationalstadion in Kathmandu im Panorama
Somit ist die Bahn frei das Nationalstadion von Nepal auf eigene Faust in der aufziehenden Abenddämmerung zu erkunden, was diesem durchaus baufälligen Stadion noch mehr Charme verleiht. Auf meinem Streifzug wird letztlich auch klar, dass der komplette Stadion-Innenraum inkl. Rasen – in Europa das Heiligtum des jeweiligen Vereins – als öffentliche Trainings- und Sportanlage genutzt werden kann. Wenn Nepal schon nicht für hohe Fussballkunst steht, dann aber zumindest für ein unbezahlbares Stadionerlebnis – und das auch ganz auch ohne Spiel! 

Nepal: Vor dem Nationalstadion in Kathmandu

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