The Streets of Iran – Rette sich wer kann!

Hossein miahmad ba machine… Der einfache Satz ‚Hossein kommt mit dem Auto‘ – der Name Hossein kann natürlich problemlos durch jeden anderen ersetzt werden – hat im Iran Beispielcharakter. Iraner sind große Auto-Fans. Das wird einem recht schnell dadurch bewusst, dass die meisten Iraner voller Begeisterung für Deutsche Autofabrikate wie ‚Merseedess‘, ‚BeEmWeh‘ oder die absolute Luxusklasse made in Germany ‚Porsch‘ sind. Zudem werden auch kleinste Strecken – sei es zum Obsthaendler oder zum nahegelegen Einkaufszentrum ganz selbstverständlich ‚ba machine‘ gefahren. Trotz aller Begeisterung für 4-rädrige Luxuskarossen gleichen Iranische Fahrzeuge sowie der vorherrschende Verkehr eher dem puren Chaos und tragen entsprechende sichtbare ‚Gebrauchsspuren‘! 



Somit ist es nicht verwunderlich, dass Verkehrsregeln quasi nicht existent sind, Kreisverkehre kurzfristigen Stau-, Lärm- und Smogfallen ähneln, aus denen zu entrinnen es jahrelanger Erfahrung sowie einer ausgefeilten Taktik bedarf! Dabei gilt vor allem die Hupe als eins der probatesten Mittel, um Richtungswechsel zu signalisieren. Blinker? Unbekannt! Schimpfen? Gern gesehen und erlaubt! 
Fußgängern ist vor allem beim Überqueren von Straßen angeraten, den richtigen Moment abzuwarten bis ein Lueckenspringen zwischen den heranrasenden Autos auch wirklich und ohne direkte Gefahr möglich ist. Dazu muss per Augenmaß herausgefunden werden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die heranbrausenden Autos über die Möglichkeit verfügen könnten, noch rechtzeitig zu bremsen. Nach Ermittlung dieser Wahrscheinlichkeit, ist einem Ueberqueren der Straße keine Grenze mehr gesetzt. Und genau hier ist der Iran vielleicht das freiste Land der Welt: Es können problemlos wirklich alle Straßen (die mitunter sehr gut ausgebaut sind) – ob Autobahn, Landstraße, Bundesstraße, Kreisverkehr oder auch kurviger Autobahnzubringer zu Fuß überquert werden! Vorausgesetzt man ist der besagten Wahrscheinlichkeitsrechnung mächtig. 


Bei aller Schnelligkeit bedeutet schnelles Fahren jedoch noch lange nicht schnelles Ankommen! Denn zum einen werden Raser auf Autobahnen und Landstraßen stark reglementiert und zum anderen sollte bei Fahrten egal wohin stets noch ein gewisses Stück ‚Spontanität‘ mit eingeplant werden: Ölwechsel, Tanken, Tee trinken, Fahrzeug-CheckUp, Picknick, ungeplante „Sight“Seeing-Stops oder weiteres dürfen definitiv nicht fehlen! Dabei ist es im Iran durchaus nicht unüblich, dass ab und an mehr Menschen in einem Auto sitzen als eigentlich erlaubt wäre, womit die Spontanitäts-Wahrscheinlichkeit natürlich um ein Vielfaches ansteigt. Und da ‚ein am Ziel Nicht-Ankommen‘ im Iran definitiv verpönt ist, wird auch nur Not die ganze Nacht durchgefahren. Richtige Auto-Fans lassen sich schlichtweg von nichts abhalten – nicht einmal von den wenigen (roten) Ampeln! 

Verkehrsradar Irani:

– Don’t look back in anger: Rueckwaertsfahren ist streng erlaubt! Autobahnen, Zubringer, Stadtstrassen… Rückwärtsgang rein und los geht’s! Zur Not wird um Aufmerksamkeit gehupt.

– Stay Rude! Spontanes Anhalten am Straßenrand? Einfach ranfahren, stehenbleiben und bei Bedarf Zurückhupen!

– Break the marks! Auf eine Straße passen mehr Autos als etwaige Fahrbahnmarkierungen vorgeben. 

– It’s your Street! Wurdest Du angehupt, hup‘ zurück! 

– Parken geht immer und überall! Einfach ranfahren und Warnblinklicht an! 

– The car of the free: Teilweise gilt das Auto als komplett privater Raum, will heißen, in Autos wird mitunter zu lauter Musik gesungen und getanzt – Frauen auch oft komplett ohne Kopftuch!

Veröffentlicht in: Iran

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